Nichtanlage von Zähnen: Was tun, wenn bleibende Zähne fehlen?

Kurz gesagt

Bei einer Nichtanlage ist ein bleibender Zahn von Geburt an nicht angelegt und kann daher nicht durchbrechen. Das ist gar nicht so selten und betrifft oft einzelne Zähne. Je nach Situation kann die Lücke kieferorthopädisch geschlossen oder für späteren Zahnersatz offen gehalten werden.

Manchmal zeigt ein Röntgenbild ganz überraschend, dass ein bleibender Zahn schlicht gar nicht angelegt ist und deshalb auch nie durchbrechen wird. Für Eltern ist das im ersten Moment oft ein kleiner Schreck. Doch eine solche Nichtanlage kommt deutlich häufiger vor, als viele denken, und es gibt gute Wege, damit umzugehen. Wir erklären Ihnen die Möglichkeiten in Ruhe. Und wir nehmen Ihnen gern die erste Sorge, denn eine Nichtanlage lässt sich in aller Regel gut und mit Weitblick lösen, oft sogar über mehrere Jahre hinweg entspannt geplant.

Was Nichtanlage genau bedeutet

Von einer Nichtanlage spricht man, wenn die Anlage für einen bleibenden Zahn von Anfang an vollständig fehlt. Der Milchzahn an genau dieser Stelle bleibt dann oft länger erhalten als sonst, weil einfach kein bleibender Nachfolger von unten nachdrückt. Betroffen sind häufig nur einzelne Zähne, etwa die seitlichen Schneidezähne oder die kleinen Backenzähne.

  • Eine erblich beeinflusste Veranlagung ist eine häufige Ursache.
  • Der zugehörige Milchzahn hält an dieser Stelle oft länger als üblich.
  • Meist fehlen nur einzelne Zähne, deutlich seltener sind es mehrere.

Welche Lösungen es gibt

Grundsätzlich gibt es hier zwei sinnvolle Wege. Man kann die entstandene Lücke kieferorthopädisch schließen, indem die Nachbarzähne behutsam zusammengeführt werden. Oder man hält den Platz gezielt offen, um später einen passenden Zahnersatz zu ermöglichen. Welcher Weg im Einzelfall besser passt, hängt von der Lücke, dem Biss und dem Alter ab.

Wichtig ist bei alldem eine vorausschauende Planung, am besten in enger Abstimmung mit Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt. Wir schauen uns die Gesamtsituation im Mund deshalb genau an und finden dann gemeinsam mit Ihnen eine gute Lösung, die auch langfristig stabil und stimmig passt. Weil eine Nichtanlage schon früh sichtbar wird, lässt sich vieles in Ruhe und mit Weitblick planen, oft über mehrere Jahre hinweg. Das nimmt vielen Eltern die anfängliche Sorge, denn es bleibt genügend Zeit, den passenden Weg zu wählen und Ihr Kind Schritt für Schritt und ohne Eile durch die einzelnen Phasen zu begleiten. Wurde bei Ihrem Kind eine Nichtanlage festgestellt, besprechen wir gern gemeinsam mit Ihnen und Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt in aller Ruhe das weitere Vorgehen und die nächsten Schritte.

Häufige Fragen

Wie häufig kommt eine Nichtanlage vor?
Sie ist gar nicht so selten und betrifft meist nur einzelne Zähne. Ob und wie sie behandelt wird, klären wir individuell.
Kann der Milchzahn einfach bleiben?
Manchmal hält ein gesunder Milchzahn lange durch und darf vorerst bleiben. Wir beobachten das und planen vorausschauend mit Ihnen.
Lücke schließen oder für Zahnersatz offen halten?
Beides ist möglich. Was besser passt, hängt von Biss, Lücke und Alter ab und wird gemeinsam individuell entschieden.
Dr. Anne Moser
Dr. Anne Moser MHBA
Fachzahnärztin für Kieferorthopädie · KIEFERFREUNDE im Weberhaus, Potsdam
Veröffentlicht am 2. Mai 2026

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht die persönliche Untersuchung und Beratung in unserer Praxis.

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