Nasenatmung trainieren: Welche Übungen und Alltagstipps helfen Kindern?

Kurz gesagt

Kinder gewöhnen sich die Nasenatmung am besten mit spielerischen Übungen und einer freien Nase an. Hilfreich sind Puste- und Atemspiele, bewusstes Schließen der Lippen und eine gut befeuchtete, saubere Nase. Wichtig ist zuerst, mögliche Hindernisse wie vergrößerte Polypen ärztlich abzuklären, damit die Nase überhaupt frei sein kann.

Gesunde Atmung läuft idealerweise über die Nase – warum das für die Atemwege und die Kiefer- und Gesichtsentwicklung so wichtig ist, lesen Sie in unserem Beitrag ‚Mundatmung bei Kindern: Warum sie mehr als eine Angewohnheit ist‘. Manche Kinder atmen jedoch überwiegend durch den offenen Mund, sei es aus Gewohnheit oder weil die Nase nicht frei ist. Die gute Nachricht: Mit etwas Übung, Geduld und ein paar Alltagstipps lässt sich die Nasenatmung in vielen Fällen fördern. Wir zeigen Ihnen, worauf es dabei ankommt und wo Sie zuerst ansetzen sollten.

Zuerst prüfen: Ist die Nase überhaupt frei?

Bevor Sie mit Ihrem Kind üben, ist es wichtig zu klären, ob die Nase überhaupt frei durchatmen kann. Vergrößerte Polypen, Allergien oder häufige Infekte können die Nase von innen verlegen – dann hilft kein noch so gutes Training, sondern zuerst eine ärztliche Abklärung, in der Regel bei der HNO. Wer dabei was übernimmt, lesen Sie in unserem Beitrag ‚Vergrößerte Polypen, HNO und Kieferentwicklung: Wer behandelt was?‘. Erst wenn die Nase frei ist, machen Übungen wirklich Sinn.

Übungen und Spiele für den Alltag

Kinder lernen am liebsten spielerisch, ohne dass es sich nach anstrengendem Üben anfühlt. Die folgenden Ideen lassen sich leicht in den Tag einbauen und machen den meisten Kindern sogar Spaß. Bleiben Sie dabei geduldig, denn eingeschliffene Gewohnheiten ändern sich nur langsam und brauchen Wiederholung.

  • Pusten üben, etwa eine Feder, einen Wattebausch oder eine Seifenblase durch die Luft bewegen, und bewusst durch die Nase an Blumen, Obst oder Gewürzen schnuppern.
  • Die Lippen bewusst geschlossen halten, zum Beispiel beim Malen, und die Nase mit ausreichend Feuchtigkeit und frischer, gut gelüfteter Raumluft pflegen.

Wenn die Mundatmung trotz freier Nase hartnäckig bleibt, hat sie sich oft als reine Gewohnheit eingeschliffen, oder die Zungen- und Lippenmuskulatur braucht gezieltes Training. Dann schauen wir gern gemeinsam, ob eine begleitende myofunktionelle Übungstherapie oder eine Abstimmung mit der HNO sinnvoll ist. So begleiten wir Ihr Kind ganzheitlich und mit einem Blick auf das große Ganze. Uns ist wichtig, dass die Umstellung ohne Druck gelingt und dass Ihr Kind Freude an den kleinen Übungen behält. Mit Geduld und liebevoller Begleitung wird die Nasenatmung nach und nach zur selbstverständlichen Gewohnheit.

Häufige Fragen

Mein Kind atmet trotz freier Nase durch den Mund. Was nun?
Dann hat sich die Mundatmung oft als Gewohnheit eingeschliffen, oder die Zungen- und Lippenmuskulatur braucht Übung. Eine myofunktionelle Übungstherapie kann hier gut unterstützen. Wir beraten Sie individuell.
Ab welchem Alter sind solche Übungen sinnvoll?
Spielerische Puste- und Atemspiele funktionieren schon im Kindergartenalter. Eine gezielte Übungstherapie setzt etwas Mitmachen voraus, das viele Kinder ab dem Vorschulalter gut schaffen.
Dr. Anne Moser
Dr. Anne Moser MHBA
Fachzahnärztin für Kieferorthopädie · KIEFERFREUNDE im Weberhaus, Potsdam
Veröffentlicht am 17. Juni 2026

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht die persönliche Untersuchung und Beratung in unserer Praxis.

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