Vergrößerte Polypen, HNO und Kieferentwicklung: Wer behandelt was?
Vergrößerte Polypen sind eine Sache der HNO-Heilkunde: Sie sitzen im Nasenrachen und können die Nasenatmung behindern. Die Kieferorthopädie kümmert sich um Kiefer- und Zahnstellung, die durch dauerhafte Mundatmung beeinflusst werden kann. Oft arbeiten beide Fachrichtungen zusammen, weil freie Nasenatmung und gesunde Kieferentwicklung eng zusammenhängen.
Wenn ein Kind ständig durch den offenen Mund atmet, nachts schnarcht oder immer wieder erkältet wirkt, fragen sich Eltern zu Recht: An wen wende ich mich damit eigentlich? Bei den Themen Atmung und Kieferentwicklung greifen zwei Fachrichtungen ineinander – die HNO-Heilkunde auf der einen und die Kieferorthopädie auf der anderen Seite. Beide betrachten das Kind aus einem etwas anderen Blickwinkel, und häufig ergänzen sie sich gegenseitig. Wir erklären Ihnen gern, wer wofür zuständig ist, damit Sie sich besser orientieren können.
Was die HNO-Heilkunde übernimmt
Die sogenannten Polypen sind vergrößerte Rachenmandeln, die im hinteren Nasenraum sitzen. Sie können die Nase von innen verlegen, sodass Ihr Kind vermehrt durch den Mund atmen muss, weil die Luft durch die Nase nicht mehr gut durchkommt. Ob die Polypen tatsächlich vergrößert sind und ob eine Behandlung nötig ist, klärt die HNO-Heilkunde mit einer entsprechenden Untersuchung von Nase, Rachen und Mandeln. Sie entscheidet auch, ob abgewartet oder behandelt wird, denn nicht jede vergrößerte Rachenmandel muss zwingend behandelt werden. Häufig wird zunächst beobachtet, wie sich die Nasenatmung mit dem Wachstum weiterentwickelt.
- Die HNO untersucht Nase, Rachen und Mandeln und beurteilt die Nasenatmung.
- Sie entscheidet über die Behandlung vergrößerter Polypen oder Mandeln.
Was die Kieferorthopädie übernimmt
Atmet ein Kind über längere Zeit überwiegend durch den Mund, kann das die Entwicklung von Kiefer und Biss beeinflussen – welche Folgen das haben kann, lesen Sie in unserem Beitrag ‚Mundatmung bei Kindern: Warum sie mehr als eine Angewohnheit ist‘. Hier schaut die Kieferorthopädie genau hin, beurteilt Kieferform, Biss und Zungenfunktion und kann bei Bedarf mit einer sanften Weitung des Oberkiefers unterstützen, um die Nasenatmung zu erleichtern. Wichtig ist dabei: Freie Nase und gesunder Kiefer bedingen sich oft gegenseitig. Sind die Atemwege dauerhaft verlegt, hilft eine Kieferbehandlung allein nicht weiter – dann gehört zuerst die Nase frei. Deshalb stimmen wir uns gern mit der HNO ab und begleiten Ihr Kind ganzheitlich durch beide Bereiche. Sprechen Sie uns einfach an, wenn Sie unsicher sind, an wen Sie sich zuerst wenden sollen – wir helfen Ihnen, den passenden Weg zu finden, und arbeiten Hand in Hand mit den ärztlichen Kollegen.
Häufige Fragen
Zuerst zur HNO oder zur Kieferorthopädie?
Wachsen sich vergrößerte Polypen von selbst aus?
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht die persönliche Untersuchung und Beratung in unserer Praxis.
Persönlich beraten lassen
Jeder Kiefer ist anders. In einem ersten Termin schauen wir uns Ihre Situation individuell an.